Systemische Supervision

Herkunft

Systemische Supervision und Beratung haben ihre Wurzeln in der Familientherapie der 1950er Jahre. Statt einzelne Personen isoliert zu beraten, wurde erkannt, dass Verhalten und Probleme oft im Zusammenhang mit dem Sozialen Umfeld entstehen, daraus entwickelte sich der systemische Blick: Menschen werden als Teil eines größeren Systems gesehen – etwa eine Familie, ein Team oder eine Organisation.

Wichtige Einflüsse kamen von:

  • Virginia Satir (Familienskulpturen)
  • Gregory Bateson (Systemtheorie)
  • Milton Erickson ( lösungsorientierte Kurztherapie)

Arbeitsweise

Systemische Supervision und Beratung sind reflexive und lösungsorientierte Prozesse, die beruflich oder persönliche Themen beleuchten. Sie funktionieren so:

  • Kontextbezogen: Die Wechselwirkungen zwischen Peron, Rolle, Funktion und Organisation werden betrachtet.
  • Ressourcenorientiert: Der Fokus liegt auf den Stärken und Möglichkeiten, nicht auf Defiziten.
  • Zirkuläres Fragen: Fragen regen dazu an, verschiedene Perspektiven einzunehmen.
  • Visualisierung: Methoden wie Skulpturen, Metaphern oder Zeitlinien helfen, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen.
  • Allparteilichkeit: Der/die Berater*in nimmt eine neutrale, wertschätzende Haltung ein.

Vorteile

Systemische Supervision und Beratung bieten viele praktische Vorteile:

  • Selbstreflexion: Man erkennt eigene Muster und Rollen besser.
  • Lösungsentwicklung: Neue Strategien für schwierige Situationen entstehen.
  • Teamstärkung: Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern sich.
  • Stressbewältigung: Belastungen werden reduziert, einem Burnout kann vorgebeugt werden.
  • Zielorientierung: Klarheit über berufliche oder persönliche Ziele wird gefördert.

Typische Fragestellungen

Systemische Supervision und Beratung helfen bei einer Vielzahl beruflicher und persönlicher Themen. Häufige Fragestellungen sind:

Team & Zusammenarbeit

  • Wie können wir besser miteinander kommunizieren?
  • Was steckt hinter den Konflikten im Team
  • Welche unausgesprochenen Rollen oder ERwartungen gibt es?

Führung & Rolle

  • Wie finde ich meine Rolle als Führungskraft?
  • Wie gehe ich mir Widersprüchlichen Erwartungen um?
  • Wie kann ich klarer und wirksamer Führen?

Veränderung & Entwicklung

  • Wie gehen wir als Organisation mit Veränderungen um?
  • Welche Muster behindern unsere Weiterentwicklung?
  • Wie können wir neue Perspektiven gewinnen?

Selbstreflexion & Belastung

  • Warum belastet mich eine bestimmte Situation so stark
  • Was sind meine eigenen blinden Flecken?
  • Wie kann ich besser mit Stress oder Überforderung umgehen?

Mögliche Lösungen und Wirkungen

Systemische Supervision und Beratung zielen nicht auf „die eine richtige Antwort“, sondern auf neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten. Mögliche Ergebnisse sind:

Klarheit und Orientierung

  • Besseres Verständnis für komplexe Zusammenhänge
  • Klärung von Rollen, Aufgaben und Erwartungen

Neue Handlungsspielräume

  • Entwicklung konkreter Lösungsstrategien
  • Erkennen und Nutzen eigener Ressourcen

Verbesserte Beziehungen

  • Stärkere Zusammenarbeit im Team
  • Auflösen von Missverständnissen und Spannungen

Entlastung und Selbstwirksamkeit

  • Reduktion von Stress und innerem Druck
  • Stärkung des Vertrauens in die eigene Kompetenz

Beispielhafte Lösungen oder impulse

  • „Was müsste sich ändern, damit sie sich wieder wohlfühlen?“
  • „Welche Ressourcen haben sie bisher vielleicht übersehen?“
  • „Wie würde jemand Außenstehendes ihre Situation beschreiben?“
  • „Was wäre ein erster kleiner Schritt in Richtung Lösung?“

Typische Einsatzbereiche:

  • Einzelsupervision: Eine Führungskraft reflektiert ihre Rolle und Entscheidungsprozesse.
  • Teamsupervision: Ein pädagogisches Team bespricht Konflikte im Umgang mit Jugendlichen.
  • Gruppensupervision: Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen tauschen sich über berufliche Herausforderungen aus.
  • Organisationsberatung: Eine Firma entwickelt neue Kommunikationsstrukturen oder verbessert die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen

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