Systemische Paarberatung

Systemische Paarberatung unterstützt Paare dabei, ihre Beziehung aus einer neuen, ganzheitlichen Perspektive zu betrachten. Im Mittelpunkt steht nicht das „Problem“ einzelner Personen, sondern das Zusammenspiel beider Partner und die Dynamik ihrer Beziehung.

Die wesentlichen Merkmale sind:

  • Beziehungsdynamik im Fokus: Konflikte werden als Ausdruck von Beziehungsmustern verstanden, nicht als Schuld einzelner.
  • Ressourcenorientiert: Die Beratung stärkt vorhandene Fähigkeiten und gemeinsame Stärken des Paares.
  • Kommunikation verbessern: Durch gezielte Fragen und Methoden lernen Paare, sich klarer und wertschätzender auszudrücken.
  • Perspektivwechsel: Neue Sichtweisen helfen, festgefahrene Muster zu erkennen und zu verändern.
  • Lösungsorientiert: Ziel ist nicht unbedingt die „Rettung“ der Beziehung, sondern Klarheit, Entwicklung und ein respektvoller Umgang – unabhängig vom Ausgang.

Systemische Paarberatung eignet sich sowohl bei akuten Krisen als auch zur Prävention oder zur bewussten Weiterentwicklung der Partnerschaft.

Typische Fragen in der Paarberatung:

  • Zirkuläre Fragen
    • Erforschen, wie andere Beteiligte die Situation sehen:
    • „Was glauben Sie, wie Ihre Partnerin Ihre Entscheidung wahrnimmt?“
    • „Wie würde Ihr Kollege Ihre Rolle im Team beschreiben?“
  • Skalierungsfragen
    • Machen Fortschritte und Gefühle messbar:
    • „Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie zufrieden sind Sie aktuell mit Ihrer Beziehung?“
    • „Was müsste passieren, damit Sie von einer 5 auf eine 7 kommen?“
  • Hypothetische Fragen
    • Eröffnen neue Denkräume:
    • „Was wäre anders, wenn Sie morgen mit einer Lösung aufwachen würden?“
    • „Angenommen, Sie hätten unbegrenzte Möglichkeiten – was würden Sie tun?“
  • Die Wunderfrage
    • Ein Klassiker aus der lösungsorientierten Beratung:
    • „Stellen Sie sich vor, über Nacht geschieht ein Wunder und Ihr Problem ist gelöst. Woran würden Sie es am nächsten Morgen merken?“
  • Ressourcenorientierte Fragen
    • Stärken das Vertrauen in eigene Fähigkeiten:
    • „Wann haben Sie eine ähnliche Herausforderung schon einmal erfolgreich gemeistert?“
    • „Welche Ihrer Stärken könnten Ihnen jetzt helfen?“
  • Paradoxe Fragen
    • Bringen festgefahrene Muster ins Wanken:
    • „Was müssten Sie tun, damit sich die Situation garantiert nicht verbessert?“
    • „Wie könnten Sie sicherstellen, dass der Konflikt bestehen bleibt?“
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